Landwirtschaft Haberl in Palting hat erweitert

2009 übernahm HofbesitzerSiegfried Haberl den Betrieb seiner Eltern. Dieser befindet sich eingebettet in idyllischer Landschaft in der Nähe eines Wanderwegs. Wiesen für die Heuwirtschaft sowie ausreichend Fläche für Bodensilos, die Stiermast sowie die Hühnermast sind gegeben.

 

In Zeiten, in denen der gesamte Landwirtschafssektor stark zu kämpfen hat, musste auch Siegfried Haberl Umbaumaßnahmen tätigen, um den hohen und modernen EUNormen gerecht zu werden. Nichtsdestotrotz will sich der Vollblutbauer nicht unterkriegen lassen und positioniert sich künftig noch stärker am Markt. Ursprünglich hat er sich auf die Haltung von Stieren spezialisiert, die für die Mast zugekauft werden. Künftig führt die Familie zusätzlich dazu eine Hühnermast.

 

Bestes Hühnchenfleisch aus der Region

 

Obwohl Stiere nicht ungefährlich sind und mehr Aufwand in der Haltung erfordern, sind die Hygienevorschriften zur Unterbringung von Masthühnern weitaus höher. Trotzdem ist der Arbeitsaufwand auch für einen Ein- Mann- Betrieb zu bewältigen. Aus diesem Grund fiel die Entscheidung als Quereinsteiger eine Hühnermast aufzumachen nicht allzu schwer. Der Betrieb von Familie Haberl ist nicht als Biohof deklariert, daher konnte kein Umstieg auf eine Bio-Hühnermast erfolgen. Ungeachtet dessen war ihnen besonders wichtig, dass der Abnehmer in derselben Region weniger als 10 km entfernt angesiedelt ist – nicht zuletzt um des Tierwohls Willen. Mit Huber`s Landhendl in Pfaffstätt haben sie sich einen starken Partner ins Boot geholt. Ohne die Zustimmung seiner Frau Sarah hätte Siegfried Haberl den Ausbau nicht gewagt. Er arbeitete als Lohnarbeiter bei einer Holzbearbeitungsfirma.

 

Fertigstellung des Maststalles erfolgte in Rekordzeit

 

Nachdem sich die Haberls bei der Landwirtschaftskammer informiert und Stalleinrichtungsfirmen kontaktiert hatten, begannen sie vor rund zwei Jahren mit der Planung des Stallkomplexes. Mit der individuellen Finanzierung durch die  Raiffeisenbank Salzburger Seenland lässt sich vieles verwirklichen. So auch der exakt auf die Bedürnisse der Hühnermast abgestimmte Stall der Familie Haberl. Landwirtschaft Haberl in Palting hat erweitert Baubeginn war 2018. Dank der Fertigteilelemente der Firma ABEK konnte das Projekt schnell umgesetzt werden. Innerhalb von nur 4 Tagen wurden die 1250m2 ABE-Thermowände montiert. Die im Wandinneren liegende Wärmedämmung selbiger gewährleistet darüber hinaus die thermische Nachhaltigkeit der Gebäudehülle. Schon bald konnten die ersten Küken einziehen. Die Jungvögel kommen bereits am Schlüpftag in die Geflügelzucht der Familie Haberl. Hühner sind so genannte Nestflüchter, das heißt sie suchen

unmittelbar nach dem Schlüpfen selbstständig Nahrung. Wichtig für die Entwicklung der Jungtiere ist eine Temperatur von rund 34 Grad Celsius, weil sie sich mit einem Gewicht von 40-45 Gramm noch nicht selbstständig warmhalten können. Je älter die Tiere sind, desto kühler wollen sie es.

In den Sommermonaten wird der moderne Stall daher durch eine computergesteuerte

Lüftungsanlage gekühlt. All das sowie reichlich beste Getreidemischungen als Nahrung bekommen die Hühnerbabys bis zum schlachtreifen Huhn im neuen Maststall in Palting.

Die mit Erdgas betriebene Fußbodenheizung, die sich an die Temperaturbedürfnisse der Küken anpasst, könnte man ebenfalls mit Hackschnitzeln betreiben – die Maßnahmen hierzu sind schon eingebaut. Weiters wurde der Stall mit mitwachsenden Futterschalen ausgestattet.

Die Hühner können sich im ganzen Stall frei bewegen. Für mehr Beschäftigungsmöglichkeiten sorgen Strohballen sowie der Auslauf in den Wintergarten, dieser ist ab dem 21. Tag geöffnet und sorgt für zusätzlichen Komfort. Somit wachsen die Küken trotz konventioneller Haltung im Stall mit zusätzlich viel Bewegungsfreiraum heran. Das ist ideal für die Entwicklung der optimalen Fleischqualität.

Die richtige Wahl der Einstreu wirkt sich ebenfalls auf die Luftqualität und die Tiergesundheit aus. Die großen Dachfensterelemente sorgen für viel natürliches Licht. Trotzdem muss, vor allem im Winter, mittels künstlicher LED-Beleuchtung der Tag verlängert werden. Damit wird gewährleistet, dass die Futteraufnahme und das Wachstum zu jeder Jahreszeit konstant bleiben.

 

Tierwohl und Qualität als oberstes Credo

 

Der Stall besteht aus einer großen Halle für rund 45.000 Futterstellen. In Österreich ist bei diesen Dimensionen des Stalles eine maximale Unterbringung von 39.000 Hühnern erlaubt. Eine möglichst artgerechte Haltung liegt den Landwirten besonders am Herzen. Aus diesem Grund wird das Wohlergehen der Hühner mindestens dreimal täglich kontrolliert. Der Zutritt fremder Personen, die nichts mit der Landwirtschaft zu tun haben, ist aus hygienischen

Gründen untersagt.

Da sich sowohl die Zuchtbetriebe beziehungsweise die Brütereien als auch der Bauernhof der Familie Haberl und die Weiterverarbeitung in ein und derselben Region befinden, sind die Tiere keinen langen Transportwegen und unnötigem Stress ausgesetzt. Die Schlachtung erfolgt mit fünf bis sechs Wochen. Zu diesem Zeit  punkt haben die Hendl gut 1,5 bis 2,3 Kilo Lebendgewicht. So kommen gut alle acht Wochen neue Küken zum Mästen auf den Bauernhof der Familie Haberl. Zwischenzeitlich steht der Stall für die notwendigen Reinigungsarbeiten immer leer. Siegfried und Sarah Haberl sind mit Leib und Seele Landwirte, deren Anliegen es ist, hochwertige Produkte zu erzeugen. Nicht nur, um den hohen Anforderungen der EU Rechnung zu tragen, sondern vor allem aus eigener Überzeugung

heraus.

 

„Generell sind wir unglaublich gerne Landwirte und schätzen die Natur sowie das Arbeiten mit den Tieren. Für die Zukunft wünschen wir uns, dass die Arbeit der Landwirte und ihr Bemühen, qualitativ hochwertiges Fleisch zu erzeugen, von der Bevölkerung wieder mehr geschätzt werden. Wir werden auf jeden Fall stets unser Bestes geben, regionales Fleisch zu

erzeugen und unsere Kunden nach bestem Wissen und Gewissen zufriedenzustellen", meint Siegfried Haberl abschließend.

 

Fotos: Fürst/BZ