Heizgenossenschaft Hof: Neuer Standort bringt klare Vorteile

1987 wurde die „bäuerliche Hackschnitzel- und Heizgenossenschaft Hof“ unter Obmann Thomas Ließ gegründet. 1990 erfolgte die Inbetriebnahme des Biomasseheizwerkes mit 700 kW Mawera Kessel im Keller der Hauptschule. Versorgt wurden unter anderem die Gemeinde, Hauptschule, einige Wohnblöcke und Objekte im Ortskern. Die jährliche verkaufte Wärmemenge war im Schnitt bei ca. 1,7 GWh, die Hackschnitzel wurden zum Großteil aus dem Ort geliefert.

 

Nach drei Jahrzehnten Betrieb war man an die Kapazitätsgrenzen gestoßen, da die Räumlichkeiten in der Hauptschule sehr beschränkt und bei entsprechender Witterung nahezu wöchentlich Hackgutlieferungen notwendig waren. Doch schien die Suche nach einem neuen Standort nahezu aussichtslos.

 

2013 gibt es gleich zwei neue Standorte zur Auswahl

Erst im Jahr 2013 enstand dann plötzlich eine Gelegenheit für einen zentralen Standort in der Lebachstraße. Es wurde geplant und die Wirtschaftlichkeitsberechnungen durchgeführt. Schließlich konnte noch ein weiterer Standort im Lettlweg ins Auge gefasst. Nach vielfachen Überlegungen und nach zähen Verhandlungen entschloss sich die Heizgenossenschaft Hof unter der Führung des neuen Obmannes Thomas Höfner schließlich im Februar 2016 am Lettlweg den Standort für den Neubau der Heizanlage zu fixieren. Am 6. März 2017, nachdem das Bewilligungsverfahren eingegangen war und die Finanzierungszusage inklusive Förderung bestätigt wurde, begann man mit dem Leitungsbau. Erste Priorität beim Leitungsbau war der Teilabschnitt entlang der B158 bis Hof, da dort im April eine Generalsanierung der Bundesstraße Richtung Osten geplant war und somit nicht zeitgleich gearbeitet werden konnte.

 

Rund 1750 Meter Fernwärmeleitung verlegt

Auch bei der Fernwärmeleitung war hohe Effizienz sehr wichtig. So wurde die Transportleitung teilweise in moderner Doppelrohrtechnik ausgeführt. Insgesamt wurden 1750 Meter Fernwärmeleitung neu verlegt. Einige neu dazu gewonnene Kunden/Objekte mussten bis zur Anbindung der neuen Fernwärmeleitung mit mobilen Heizcontainern versorgt werden, welche dann aber nach und nach abgebaut wurden.

 

Kooperationspartner

Wichtig für den Neubau war der Gewinn von nahwärme.at, die durch ihr Fachwissen in Projektleitung und Planung der optimale Partner an der Seite der Heizgenossenschaft Hof war. Großer Dank gilt hierbei dem Geschäftsführer Harald Kaufmann für die Kooperation im Sinne einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Wärmeversorgung der Region. Mitte Mai starteten dann die Erdarbeiten zum neuen Heizhaus. Zwei Heizkessel, wovon einer mit 1400 kW und ein kleinerer mit 300 kW Heizleistung ausgelegt ist, sollen für ausreichend Heizleistung sorgen. Der kleinere Kessel ist für den Sommerbetrieb gedacht. Mitte Oktober 2017 erfolgte die Inbetriebnahme der neuen Anlage. Mittlerweile sind mehrere öffentliche Gebäude im Ortszentrum sowie weitere 34 Objekte angeschlossen.

 

Die mögliche Anschlussleistung ist mit ca. 2400 kW ausgelegt und die jährliche Wärmeabgabe sollte bei 3,9 GWh liegen. Die Hackgutmanipulation erfolgt durch einen Hängedrehkran. Im Gegensatz zu manchen anderen Heizanlagen wurde aus Lärmgründen wegen der Nähe zu den Wohnsiedlungen kein Rohholzlagerplatz angelegt und es wird auch kein Rohholz an Ort und Stelle beim Heizwerk zu Schnitzeln gehackt. Die Anlieferung der Hackschnitzel erfolgt direkt zum Heizwerk, dafür wurde eigens eine große Lagerhalle errichtet.