KÜNDIGUNGEN DÜRFEN NICHT INS FINANZIELLE DESASTER FÜHREN

Auch wenn der Höhepunkt der Corona-Virus-Pandemie noch nicht erreicht ist, zeichnet sich bereits jetzt eine massive Zunahme an Kündigungen ab. Um die Kaufkraft der Menschen zu sichern und damit die Wirtschaft zu stärken, fordert AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder von der Landespolitik die Schaffung eines Notfall-Pakets. „Die Nettoersatzrate beim Arbeitslosengeld beträgt im Schnitt 60 % des Letzteinkommens. Es braucht Mittel für Härtefälle, damit die Menschen nicht in die Schuldenfalle rutschen“, so Eder. Zudem fordert er die vorläufige Aussetzung allfälliger arbeitsrechtlicher Fristen hilfesuchender Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

 

„Seit Jahren fordern AK und ÖGB eine Erhöhung der Nettoersatzrate bei Arbeitslosigkeit, da diese im europäischen Vergleich am unteren Ende liegt. Es braucht nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen wie schnell das Geld knapp wird, wenn krisenbedingt und völlig unvorbereitet das Familieneinkommen stark reduziert wird. Um den kompletten Einbruch der Wirtschaft zu verhindern, muss die Kaufkraft der Menschen abgesichert werden“, erklärt Eder. Von der Landespolitik erwartet er sich die umgehende Einrichtung eines Notfall-Pakets, um Menschen in Notsituationen zu helfen.

 

Zugleich appelliert Eder an die Bundespolitik vorübergehend Verfallsfristen bei der Geltendmachung von arbeitsrechtlichen Ansprüchen auszusetzen. „Die aktuelle Flut von Anfragen lässt erahnen, dass es schwierig werden wird, Fristen bei ungerechtfertigten Kündigungen oder bei Freisetzungen bei befristeten Verträgen einzuhalten“, erklärt der AK-Präsident. In diesem Zusammenhang verweist Eder auf § 1496 aus dem ABGB. Darin ist eine solche Fristenhemmung für ,Pest- und Kriegszeiten‘ vorgesehen. „Wie wir wissen ist das ABGB 200 Jahre alt und die Tatbestände sind entsprechend formuliert. Meines Erachtens könnte die alte Formulierung jedoch ohne Weiteres an die heutige Zeit angepasst werden“, so Peter Eder abschließend.

 

Kontakt und Infos: 

AK-Präsident Peter Eder, T: +43 (0)664 88 50 10 20

 

Sollten dennoch arbeitsrechtliche Probleme mit dem Arbeitgeber auftreten oder andere Fragen auftauchen, dann steht die Coronavirus-Taskforce der Arbeiterkammer Salzburg telefonisch unter T: +43 (0)662 86 87-88 zur Seite. Hilfe bei Konsumentenfragen oder reiserechtlichen Angelegenheiten gibt es unter T: +43 (0)662 86 87-92.