Feierliche Neueröffnung der Kläranlage des Reinhalteverbands Pladenbach

Am Samstag, dem 19. Oktober, fand die feierliche Neueröffnung der Kläranlage des Reinhalteverbands Pladenbach statt. Die zahlreichen BesucherInnen konnten sich über ein umfangreiches Programm freuen. Um 10 Uhr erfolgte die Begrüßung mit Festansprachen und Segnung durch den St. Pantaleoner Pfarrer. Im Anschluss bekamen die Festgäste die Möglichkeit, an einer Führung durch die Anlage teilzunehmen. Dabei präsentierten 

die fachkundigen Mitarbeiter die technischen Einrichtungen und Funktionsweisen. Die musikalische Umrahmung erfolgte durch ein Orchester der Trachtenmusikkapellen aus den vier Mitgliedsgemeinden St. Georgen b. Sbg.,  Lamprechtshausen, Bürmoos und St. Pantaleon.  

Kläranlagen müssen heutzutage vielen Anforderungen standhalten. Zuletzt brachte der Milchhof Lamprechtshausen das Klärwerk an seine Kapazitätsgrenze, war aber nicht der ausschlaggebende Grund für die Generalüberholung. 

Nichtsdestotrotz stellte Salzburg Milch die Initialzündung dar, dank der man den Schritt wagte, die Technik zu erneuern und darüber hinaus Reserven für zukünftige Entwicklungen zu schaffen. 

 

Die Geschichte der Kläranlage Pladenbach

 

Der Reinhalteverband Pladenbach wurde 1976 unter der Regie der drei Gemeinden Bürmoos, Lamprechtshausen und St. Georgen bei Salzburg gegründet. Später schloss sich noch St. Pantaleon an.  Das Ziel war es, eine langfristige Lösung für eine saubere Umwelt zu entwickeln und einen ersten Grundstein für die nächsten Generationen zu legen. 

Ursprünglich war die Anlage für 13.000 Einwohner konzipiert, in den Jahren 2006 und 2007 wurde der Wert auf 24.000 Einwohner angepasst. Zudem hat man zur Jahrtausendwende eine Kompostieranlage eröffnet. Es nimmt nicht  nur die Bevölkerungsdichte zu, sondern auch viele Wirtschaftsbetriebe haben in den drei Flachgauer und einer Innviertler Gemeinde eine neue Heimat gefunden. Die florierenden Gewerbegebiete, der stetige Zuzug und weitere Faktoren machten die Anpassung der Schlammlinie auf 30.000 Einwohnerwerte und an den neuesten Stand der Technik unausweichlich. 

Erreicht wurde dies durch die Errichtung einer anaeroben Kompaktfaulanlage. Selbige hat den Vorteil, dass die Zersetzung durch Bakterien erfolgt, die keinen Sauerstoff benötigen. Dadurch kann der Schlamm gut verfaulen, ohne dass dabei eine Geruchsbelästigung entsteht. 

Gleichzeitig kann durch die entstehenden Faulgase der externe Strombezug um 50 % reduziert werden. Das bedeutet eine Ersparnis von 30 bis 35 Tausend Euro pro Jahr.

Ein weiteres Plus der Kompaktfaulanlage ist, dass der Schlamm nicht mehr abtransportiert oder verbrannt werden muss. Dadurch spart man sich Verbrennungs- und Entsorgungskosten. 

 

Die Umbaumaßnahmen im Überblick

 

Während die Wasserlinie (Vorklärung – Belebung – Nachklärung) weitgehend unverändert blieb, wurde die Schlammlinie der Kläranlage, in der 3. Ausbaustufe, um eine Systemfaulanlage (anaerobe Kompaktfaulanlage) erweitert.

Durch den Neubau des Betriebsgebäudes konnte die Metall- und Elektrowerkstätte vom Keller in den Erdgeschoss verlegt werden. Wodurch man eine bessere Wartung  der Maschinerie gewährleisten kann. Weiters fand die Schaltzentrale im Obergeschoss ein neues Zuhause. 

Ebenfalls neu ist der Zulaufrechen, der den alten bereits ausgedienten ersetzt. 

Da der gesamte Bereich im Hochwasserschutzgebiet liegt, musste das angekaufte Grundstück an die Höhe des vorhandenen Areals aufgeschüttet werden. Der RHV Pladenbach liegt somit wie eine Insel im Gelände, das über der hundertjährigen Hochwassermarke liegt. Für zukünftige Erweiterungen sind noch ausreichend freie Flächen vorhanden.

 

Investitionskosten und Förderungen

 

Der Reinhalteverband Pladenbach bedankt sich ganz besonders bei der Firma KUP aus Oberndorf, die circa 100 Kommunen betreut und bereits für etwa 15 bis 20 Kläranlagen individuelle Konzeptlösungen entwickelte. 

Das Projekt hat insgesamt drei Jahre Entwicklungszeit und zahlreiche Exkursionen zu anderen Kläranlagen sowie einen intensiven Erfahrungsaustausch benötigt, bis die passende Funktionalität und Betriebssicherheit  zum Reinhalteverband Pladenbach gefunden hat. Neben der Funktionalität waren natürlich auch die Kosten ausschlaggebend. 

Die Gesamterrichtungskosten belaufen sich auf 4,6 Millionen Euro, wobei 4 Millionen Euro förderbare Investitionskosten sind. Etwa 20 % davon wurden durch eine Bundesförderung des Umweltförderungsgesetzes gedeckt. Das Land stockte des Weiteren mit einer Bundesförderung auf. 

 

„Entstanden ist eine professionelle Abwasserbeseitigung, aber auch Abwasseraufbereitung, die einen wesentlichen Beitrag für unsere Umwelt leistet. Damit zeigen wir, was gemeinsam durch Zusammenhalt und -arbeit möglich ist,“ bedankt sich Obmann und Bgm. Franz Gangl bei allen am Bau beteiligten Firmen.

 

Foto: RHV