Job & Karriere











AK-Kritik: Zu wenig beschäftigungsfördernde Maßnahmen für Generation 50+

 

Traurige Nachricht vom Salzburger Arbeitsmarkt: Trotz Hochkonjunktur und Fachkräftemangel steigt die Arbeitslosigkeit bei den Über-50-Jährigen stark an. Plus 63 Prozent in den letzten 10 Jahren. „Sinnvolle Maßnahmen, um ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Beschäftigung zu halten oder zu bringen – wie etwa die ‚Aktion 20.000‘ – wurden von der letzten Bundesregierung einfach gecancelt. Diese Kurzsichtigkeit rächt sich nun“, so AK-Präsident Peter Eder. Deshalb fordert die Arbeiterkammer von der nächsten, im Herbst gewählten Bundesregierung aktive Arbeitsmarktpolitik für Ältere, um dem ausufernden Anstieg der Arbeitslosigkeit in dieser Gruppe nachhaltig den Kampf anzusagen.

 

Die vom AMS veröffentlichten aktuellen Zahlen bringen keine guten Nachrichten: Denn die älteren Arbeitslosen über 50 Jahre profitieren nicht von der an sich guten Konjunkturlage. Hier ist die Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich zu 2018 um 3,3 Prozent gestiegen, im 10-Jahresvergleich sogar um 63 Prozent. „Hier rächt sich die Kurzsichtigkeit der letzten Bundesregierung“, kritisiert AK-Präsident Peter Eder, „beschäftigungsfördernde Maßnahmen, wie etwa die ‚Aktion 20.000‘, wurden einfach abgedreht.“ Dabei hat dieses Projekt einiges bewirkt: Österreichweit konnte dadurch 4.400 Personen, in Salzburg 102 Personen aus der Arbeitslosigkeit geholfen werden. Statt für diese Personen Notstandshilfe zu bezahlen, hat der Staat dadurch Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge kassiert.

 

„Solche sinnvollen Aktionen müssen wieder her“, so der AK-Präsident in Richtung jener Regierung, die im Herbst 2019 die derzeitige Übergangsregierung ablösen wird, „auch ein Umdenken in den Chefetagen ist angesagt: Kompetenzen älterer Mitarbeiter wie Erfahrung, Verantwortungsbewusstsein, Loyalität und Motivation werden leider zu oft unterschätzt, statt jenen Menschen eine Chance zu geben. Auch vor dem Hintergrund des herrschenden Fachkräftemangels müssen sich die Betriebe endlich einen Ruck geben und mehr ältere Arbeitnehmer beschäftigen.“











Arbeiterkammer: Faire Bezahlung statt Almosen

Täglich kämpft das Experten-Team der Arbeiterkammer Salzburg darum, Beschäftigten zu ihren Ansprüchen zu verhelfen. Dabei geht es oft um sehr viel Geld. Ein Beispiel gefällig? Eine Salzburgerin musste fast rund um die Uhr hackeln, bekam aber nur einen Hungerlohn. Wir haben nachgerechnet und geklagt. Mit Erfolg: die Kellnerin erhielt fast 38.000 Euro. AK-Präsident Siegfried Pichler: „Faire Bezahlung für geleistete Arbeit ist eine Frage der Gerechtigkeit.“ Die Kellnerin ist leider kein Einzelfall. Wir helfen rund 200.000 Mal im Jahr. Allein im Arbeitsrecht erstreiten wir jährlich 3,5 Millionen Euro für die Menschen. Ohne den Rechtsschutz der AK wäre die Kellnerin um ihr Geld umgefallen. Denn einen Anwalt hätte sie sich nicht leisten können. Zum Vergleich: Die Stunde beim Rechtsanwalt kostet 220 bis 440 Euro – eine Rechtsschutzversicherung in etwa 200 Euro im Jahr. Die durchschnittliche AK-Umlage von 6,91 pro Monat dagegen beinhaltet ein Riesen-Schutzpaket – inklusive Konsumentenschutz, Hilfe bei Sozialversicherungsfragen, Jugend- und Lehrlingsschutz und vieles mehr. Wer ungerecht behandelt wird, hat in der Arbeiterkammer einen starken Partner. Wir helfen gerne!